{"id":229,"date":"2011-05-06T18:21:59","date_gmt":"2011-05-06T17:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/?page_id=229"},"modified":"2011-05-06T18:21:59","modified_gmt":"2011-05-06T17:21:59","slug":"der-boselstein","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/?page_id=229","title":{"rendered":"Der B\u00f6selstein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Wo der M\u00fcllergeselle tr\u00e4umte<\/p>\n<p>Wer kennt ihn nicht, den B\u00f6selstein im Bad Bibraer Flur, der an einen bekannten M\u00fcllergesellen und Sohn der Finnestadt erinnert, der 1866 mit 27 jungen Jahren in der Schlacht bei K\u00f6nigsgr\u00e4tz sein Leben verlor.<\/p>\n<p>Christian Karl Julius B\u00f6sel wurde am 07.05.1839 in Gro\u00df-Osterhausen bei Eisleben geboren. Bis zum fr\u00fchen Tod seines Vaters 1850 verlebte er mit seinen 3 Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit. Nach dem Realschulabschlu\u00df in Halle begann Julius B\u00f6sel als 14j\u00e4hriger bei seinem Bruder Franz das M\u00fcllerhandwerk zu erlernen, zu dem er sich brufen f\u00fchlte, und das ihn auch nach Bad Bibra ziehen lie\u00df. Bad Bibra trifft nach meinen Informationen nicht zu, da vor dem 01.10.1866 das Haus Nr. 10 in Steinbach der Familie B\u00f6sel geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Seine Arbeit begann beim Bibraer M\u00fcllermeister Knoblauch in der Unterm\u00fchle und f\u00fchrte B\u00f6sel w\u00e4hrend seiner Wanderschaft bis in die St\u00e4dte Jena, Zeitz, Pegau und Leipzig. Als 21j\u00e4hriger erhielt er den Gestellungsbefehl zur 8. Kompanie des 32. Infantrieregiments der Garnision Halle, was f\u00fcr den jungen Mann erste Erfahrung mit dem ungeliebten Kasernendrill und Unfreiheit bedeutete. Die folgenden Jahre brachten immer wieder Phasender Unterbrechung im viel lieber ausge\u00fcbten Berufsleben, mu\u00dfte B\u00f6sel noch einige Male seine M\u00fcllerkluft gegen die Uniform tauschen.<\/p>\n<p>Inzwischen wohnte auch seine Mutter in Bibra (Steinbach), dem Ort, wo er in seinem beruflichen Leben immer wieder willkommen ar und gerne weilte. Eine gute Auffassungsgabe und Lerneifer zeugten von B\u00f6sels Interesse f\u00fcr den M\u00fchlenbau und f\u00fchrten ihn dazu, beim Bau der M\u00fchlen von Burgscheidungen und Leubingen ma\u00dfgeblich mitzuwirken. Diese Profession f\u00fchrte Julius B\u00f6sel im November 1864 als M\u00fcllerknappe nach Schallenburg in gute Stellung. Er konnte so sein Wissen erweitern und sogar einen Spargroschen von 100 Talern f\u00fcr die sp\u00e4ter geplante Familiengr\u00fcndung zur\u00fccklegen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen, erreichte ihn zum 27. Geburtstag 1866 die verh\u00e4ngnisvolle Order, dass er sich am 11.05. als Landwehrmann in Erfurt bei der 5. Kompanie des 3. Th\u00fcringischen Infanterieregiments Nr. 71 zu melden hatte. Am 09.09. nahm Julius von seiner Familie Abschied und bereits am 09. Juli erhielt die Mutter die Nachricht vom Tod am 03.07.1866 bei K\u00f6nigsgr\u00e4tz als Held, wo Julius B\u00f6sel in fremder Erde beigesetzt wurde.<\/p>\n<p>Einige Jahre sp\u00e4ter setzten seine Mutter und seine Br\u00fcder auf seinem Lieblingsplatz auf dem Bergsporn \u00fcber Bibra eine Stein als Zeichen der Anerkennung und zum ewigen Gedenken. Fast 80 Jahre wurde der Gedenkstein an B\u00f6sels Lieblingsplatz umsorgt und beh\u00fctet und f\u00fcr das Idyll mit herrlicher Aussicht b\u00fcrgerte sich bald die Bezeichnung &#8222;B\u00f6selstein&#8220; bei den Bibraern und Steinbachern ein.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg verschwand der Stein pl\u00f6tzlich von seienem Platz und galt bis 1975 als verschollen, bis zwei Bibraer Schuljungen Fragmente des Steines entdeckten und sich gleich an den Heimatforscher und Arzt Dr. K. Kuminek wanden, der sich um den Stein k\u00fcmmerte bis er 1993 wieder aufgestellt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-230 aligncenter\" title=\"B\u00f6selstein\" src=\"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_1-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_1-300x199.jpg 300w, http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_1.jpg 384w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-231 aligncenter\" title=\"B\u00f6selstein\" src=\"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_2-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_2-209x300.jpg 209w, http:\/\/steinbach-im-netz.de\/wp-content\/uploads\/Boesel_2.jpg 251w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Sein Wunsch war einst, sich hier zu betten.<\/p>\n<p>Auf diesen lichten Bergesh\u00f6h&#8217;n<\/p>\n<p>sich Vaterland und Thron zu retten,<\/p>\n<p>mu\u00dft er hinaus zum Kampfe gehen.<\/p>\n<p>Dort ruht er nun in im fremden Land,<\/p>\n<p>geschieden von den Seinen,<\/p>\n<p>bis einstens des Allm\u00e4chtigen Hand<\/p>\n<p>uns wieder wird vereinen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo der M\u00fcllergeselle tr\u00e4umte Wer kennt ihn nicht, den B\u00f6selstein im Bad Bibraer Flur, der an einen bekannten M\u00fcllergesellen und Sohn der Finnestadt erinnert, der 1866 mit 27 jungen Jahren in der Schlacht bei K\u00f6nigsgr\u00e4tz sein Leben verlor. 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